Donde me encuentro yo …

Falls es noch jemanden gibt, der es nicht verstanden hat: Sie ist eine Frau, Katalanin und Paya. Sie trat in Jerez mit ihrer bloßen Stimme auf, nur begleitet von José Gálvez‘ Gitarre. In den Museos de la Atalaya, wo sie das Publikum mit dem bisher besten Gesangsauftritt des XXX. Festivals von Jerez bis zum Äußersten begeisterte. Mayte Martín verschmolz die temperierten Klänge, ohne auch nur eine Stimme zu überlagern, beherrschte die Bässe und war voller exquisiter Sensibilität. Sie ging jedes Tercio mit Substanz und Sanftheit an, schwang sich sanft in ungeahnte Höhen, und zeigte aus der Ruhe heraus  dabei die höchste Feinfühligkeit ihrer Meisterschaft.

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Gálvez‘ Gitarre trug sie während des gesamten Konzerts auf seinen Flügeln. Er liebkoste sie in den Ecken, ließ ihr freien Lauf, um ihre präzisen Melismen zur Geltung zu bringen, und holte sie in allen Momenten wieder zurück, wobei er den Takt mit seinen charakteristischen, fast minimalistischen, einfachen und eindringlichen Akkorden vorgab, die bis ins Mark gehen.

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Sie bot eine meisterhafte Gesangsstunde, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen, indem sie die tiefen Gefühle von damals und heute durchlief, in den Eingeweiden des Flamenco und ihren eigenen wühlte, um sie in ihre gesegnete Kehle zu bringen.

Kiko Valle für www.expoflamenco.com

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Dem habe ich wenig hinzuzufügen, bis auf die Zugabe, die das Publikum verlangte. Mit ihrem einstigen Hit S.O.S. bei dem einige ihr Taschentuch zücken mussten, zeigte sie, dass sie nicht nur eine große Künstlerin ist, sondern dass sie auch ein Mensch ist, der lebt, liebt und fühlt.

Ein großartiger Abend, bei dem sie die Liebe die Verehrung  des Publikums auf Händen trug.

Mayte Martín & José Gálvez

Recital

Museos de la Atalaya

1.3.2026

www.festivaldejerez.es

Fotos: Rina Srabonian

Text: Kiko Valle und Susanne Zellinger