4 SOLOS 4
Beim diesjährigen wie immer großartigen Impulstanz Festival beschloss ich, mir vier Solo Performances anzuschauen. Nicht mehr und nicht weniger. Eigentlich sollten es fünf werden, meine magische Zahl. Die Hitzewelle machte mir zu schaffen und eines ging verloren.
Wer ist Philipp Gehmacher?
Keine Ahnung. Auf jeden Fall nicht der Mann auf den Pressefotos. Auch das ist schon interessant. Wenn die geheimnisvolle, verschwommene Ästhetik verschwindet und der Mann mit den Turnschuhen und der zu kurzen Trainingshose im gleißenden Licht der Ebene -2 des mumok in die Mitte des Kreises tritt.
Ich war überrascht. Aber ich verdrängte die Fragen, die sich in mir auftaten. Ließ Bilder zu. Vergaß die Absichten und suchte keine Zusammenhänge. Achtete nicht auf die andern und ihre Reaktionen. Erfand keine Erklärungen und fällte kein Urteil.

Was ich sah
He feels the music. He enters in dramatism. Er klopft auf den Boden. Er wird sympathisch. Ich sehe das Kind im Mann. Er spielt das Spiel und zieht am Seil. Er verliert und fällt. Die anderen sind nicht da.
Seine Hände zittern. Seine Bewegungen werden groß. Er dirigiert sein eigenes Himmelsorchester und dann wirft er den Stab in die Luft.
Je mehr die Musik fließt umso eckiger wird er. Er springt aus dem Kreis, er rudert mit den Armen und er wischt die Musik weg.
Er hat kleine Hände.
He cuts. He interrupts. He tumbles and falls.
He dances the waves.
He has seen some movies.
He doesn’t worry about the beat. He’s found his own rhythm.

Er spricht auch. Es ist nicht leicht zu verstehen. Aber vielleicht werde ich es nachlesen. Oder auch nicht. Ab 6. August wird es hier veröffentlicht.
Ich mochte was ich sah. Und was ich hörte.
Die Musik war wunderbar. Er mochte sie auch.
Philipp Gehmacher
Doors open close
Mumok, 2.8.2026
Foto 1: Lukas Kaufmann
Foto 2,3: Paola Lesslhumer
Text: Susanne Zellinger