Im Saal des alten Jerezaner Bodegagebäudes Museos de la Atalaya, gelang es Lela Soto, unterstützt von einer dezenten und gelungenen Lichtgestaltung und nicht zuletzt auch aufgrund ihrer sehr persönlichen Kommunikation mit dem Publikum, den Eindruck bzw. die Illusion eines Flamenco-Familienfestes zu vermitteln und so die Zuschauerinnen und Zuschauer in ihren Bann zu ziehen.

Im Laufe des abwechslungsreich gestalteten Abends gaben immer wieder Freunde und Verwandte der 1992 geborenen und schon mit verschiedenen Preisen ausgezeichneten Flamencosängerin ihr künstlerisches Stelldichein und feierten so den Jahrestag der Erscheinung ihres ersten, eigenen Tonträgers mit ihr.

Die Jerezaner Gitarrengröße Diego del Morao, ihr Cousin Curro Carrasco sowie Antonio Malena begleiteten die junge Sängerin, Curro Carrasco mit einer Soleá, Antonio Malena mit einer Bulería und, wie könnte es anders sein, Diego del Morao mit der lyrisch-experimentativen, balladenhaften Aires de Soleá. Lela Soto textet auch selbst und staffiert mit ihren Texten so gekonnt verschiedene Palos flamencos aus.
Hauptgitarrist und Begleiter ihres Gesangs war Rubén Martínez, der als Solostück eine faszinierende Bulería spielte, in der er ein immer wiederkehrendes Thema, wie von einem Bordun-Bass getragen, fast fugenartig verarbeitet.

Mit ihrer gewaltigen, aber nie schrillen Stimme gilt die junge Sängerin als künstlerische Erbin der langen und bekannten Flamencogeneration der Sorderas. Natürlich durfte ihr Vater Vicente Soto nicht fehlen, der mit Tangos und abschließenden Bulerías die Fiesta flamenca so richtig aufheizte, gemeinsam mit ihrer barfuß tanzenden Mutter, Luisa Heredía.

Das Debutalbum von Lela Soto El fuego que llevo dentro hätte nicht gelungener und überzeugender präsentiert werden können!
Lela Soto
El fuego que llevo dentro
Teatros de la Atalaya
27.2.2026
Fotos: Rina Sraborian
Text: Bruno Chmel