Hoy mi alma no es de nadie, hoy me toca ser feliz

Jedes Festival, vor allem wenn es das erste ist, folgt bestimmten Kriterien. Bei der Planung muss man entscheiden, was man erreichen will oder besser gesagt, wen man erreichen will.

Es gibt Festivals, die auf ein festes Publikum zählen können, weil dieses den Flamenco kennt und weiß, was es erwartet. Sie bieten traditionellen Flamenco, gehen keine großen Risiken ein, weil sie auf bekannte Namen setzen und eine anerkannte Qualität bieten.

Aber es gibt natürlich auch eine andere Möglichkeit: einem Festival von Anfang an eine eigene Linie zu geben, eine neue Ausrichtung mit einer Idee, die nur der künstlerische Leiter kennt und mit der er ein konkretes Ziel verfolgt.

Die Künstler:innen, die der künstlerische Leiter Francisco Hidalgo für das Tagarnina Fest in Algodonales ausgewählt hat, repräsentieren genau das, was im heutigen Flamenco so wichtig ist: Sie zeigen, dass Flamenco eine lebendige Kunst ist. Sie alle haben eine Spezialität, die sie von den anderen unterscheidet, und alle gehören zum Besten, was der Flamenco heute zu bieten hat.

Und in diesen Tagen bewies Francisco Hidalgo, dass er sich in keinem Punkt geirrt hat. Mit der Unterstützung der Stadtregierung schuf er einen Moment, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

An drei Tagen suchte er in seinem wunderschönen weißen Dorf verschiedene Schauplätze aus, einer schöner als der andere und brachte sein Dorf zum Leuchten.

Am ersten Tag nahmen Leonor Leal und Antonio Moreno die Kinder mit auf eine Reise, die unter dem Sternenhimmel auf dem Platz vor der Kirche die Sterne noch héller blitzen ließ.

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Macaraena López und Sara Jiménez belebten die Fuente alta mit ihren zeitgenössischen Solos und das Geraune im Publikum zeugte von ihrer Überraschung aber auch von ihrer Begeisterung für das Neue, das vorher noch nie gesehene, und viele Zuschauer:innen diskutierten das Geschehen mit aufgeregten Kommentaren.

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Die Stimmung war geroßartig und stellte wieder einmal unter Beweis, dass die Welt des Flamencos nicht nur aus geschulten Insidern besteht. Die unschuldigen Neulinge unter ihnen haben sehr wohl ihre eigenen Kriterien, sie erkennen die Schönheit, die dem Flamenco innewohnt und die Qualität der Vorstellungen.

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Als am letzten Abend am Platz neben der Kirche Marco Flores mit Emilio Florido und José Tomás die Bühne betrat, war die Stimmung auf dem Höhepunkt.

Marco Flores aus Arcos de la Frontera ist einer der besten Tänzer dieser Generation von Tänzer:innen, die in den 80er Jahren geboren sind. Ich will jetzt gar nicht seine tänzerischen Qualitäten in den Vordergrund rücken, die sind unbestreitbar und wohl bekannt.

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Er hat etwas, was nur wenige besitzen, ein Strahlen, das Glück in die Seelen der Anwesenden pflanzt und ein Lächeln auf alle Gesichter.

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Mit diesen wunderbaren Abend ging ein Festival zu Ende, das einzigartig war und ich habe nur eine Empfehlung: Kommen Sie nächstes Jahr nach Algodonales zum zweiten Tagarnina Fest. Diese Tage werden Sie in eine andere Welt versetzen, eine, in der man wieder an die Wahrheit und das Glück glauben kann und die einen für einen Augenblick aus den Schrecken des Alltags befreit. Sie werden es nicht bereuen.

Fotos: divers

Text: Susanne Zellinger

www.algodonales.es