Robert ‚Robi‘ Svärd: Pa’ki Pa’ka

Bei AsphaltTangoRecords erschienen ist die CD Pa´ki pa´ka des schwedischen Flamencogitarristen Robert Svärd und damit ein weiterer Beweis dafür, dass sich kompetente und gute Flamencomusik längst auch außerhalb des spanischen Ursprungslandes etabliert haben.

Svärd ist ein virtuoser Flamencogitarrist, der es auch versteht, schöne und moderne Flamenconummern zu komponieren, die dennoch den Wurzeln dieser Musik verpflichtet bleiben und seine profunde Kenntnis des Flamenco widerspiegeln. Alle Nummern der Debüt-CD des auch in Australien ausgebildeten, ursprünglich klassischen Gitarristen gefallen mir sehr gut, sind sehr melodiös und von hoher Virtuosität. Diese Erkenntnis animierte auch den aus Málaga stammenden und in Granada aufgewachsenen Flamencosänger Alfredo Tejado spontan, ihm seine Zusammenarbeit für diese CD anzubieten, die dann gemeinsam mit dem Percussionisten Miguel “El Cheyenne” in Granada produziert wurde. Mit von der Partie sind Nani Conde am Bass, Ahmet Al Khatib mit dem Cello, zart und sparsam eingesetzt u.a. in der Alegría Dulce maravilla sowie die Tänzerin Ann Sehlstedt. Einer Rumba mit viel Drive folgt eine sehr zarte Bulería, was sowohl die Melodieführung als auch den Gesang betrifft, der Titel El aire de mi corazón dürfte wohl eine Anspielung auf das Debütalbum von Vicente Amigo sein, dessen Musik sicher auch auf Robert eine starke Vorbildwirkung hatte.

Nach der oben schon angeführten Alegría überzeugen auch La Chispa und Caminando, Bulerías und Tangos, beide schön ausgearbeitet mit viel lyrischer Note, auch den Gesang der Tangos betreffend. Sehr gut gefallen mir auch die treibenden Arpeggio-Falsetas der Soleá por Bulería, die abschließende schöne Granaina und die in ihren Anfängen sehr traditionell gehaltenen Melodiefloskeln der Guajira, die schräger werdend letztlich in ein karibisch/kubanisches Flair eintauchen und leichte Assoziationen mit dem Album Buena Vista Social Club hervorrufen. Positiv erwähnenswert ist auch, dass sämtliche musikalischen Bereicherungen wie Cello oder auch typisch klassische Gitarrentechniken wie Flageolett- oder Pizzicato-Teile gekonnt und unaufdringlich eingesetzt werden und sich so nicht in den Vordergrund drängen.

Fazit: Beneidenswerter Flamenco-Gitarrenkönner aus dem, letztlich doch engen Segment der qualitativ hochwertigen „nichtspanischen“ Vertreter dieser Musik.

Erschienen 2016 bei Asphalt Tango Records, Berlin, www.asphalt-tango.de