Nach der ersten Woche in Jerez kann ich nur bestätigen, was meine sevillanischen Freunde immer sagen, weil sie gekränkt sind, dass ich Jerez Sevilla vorgezogen habe. Sie sagen mit Vorliebe: Was willst du denn in Jerez? Da ist doch nichts los ….
Heute ist Montag und nachdem ich mich endlich von der langweiligen Woche erholt habe, ein kurzer Rückblick:
Am ersten Abend stolperte ich praktisch zufällig in der Guarida del Ángel über María del Mar Moreno und Cristina Cruces Roldán, die einen ihrer berüchtigten Vorträge hielt, nach dem ich mein Gehirn immer erst entwirren muss und die Fülle der Informationen ordne, die noch dazu in einem Höllentempo vorgetragen werden aber hochinteressant sind.

Zum Abschluss gab es noch eine kleine musikalische Intervention mit Santiago Moreno an der Gitarre.

Am Donnerstag wurde in der Fundación Caballero Bonald das Buch Costus. La movida inedita von Santiago Escalante präsentiert. Es enthält ein Drehbuch für eine Fernsehserie in deren Mittelpunkt die beiden Maler Enrique Naya und Juan Carrero stehen. Ein Künstlerpaar, das in den 80er Jahren die Zeit nach der Diktatur in Madrid prägte. Hochinteressant wie immer die Reflexionen und Erzählungen von Juan José Tellez über diese spannende Zeit in der auch Pedro Almodóvar seine Karriere begann.

Am Freitag ging es dann im Flamencozyklus des Atalaya weiter mit einem Gespräch mit Angelita Gómez und María José Franco, Lehrerin und Schülerin in einem vergnüglichen Dialog.

Den Flamenco auf den Balkonen am Sanstag Mittag schwänzte ich, man muss ja auch mal etwas essen, außerdem trabten zur gleichen Zeit die geschmückten Wagen der Escuela ecuestre durch die Innenstadt, auch schön. Bei den Dreharbeiten zum jungen Sherlock verwandelte sich die Innenstadt noch schnell ins Paris des 19. Jahrhunderts, mit allem drum und dran.

Am selben Abend sang José de los Camarones in La Yerbabuena statt, uns trieb es aber in die Peña Buena Gente, denn da erwartete uns El Pele mit Niño Seve an der Gitarre. Eine unvergleichliche Stimmung, ein großer Sänger und ein Saal voll Aficionados machte den Abend zu einem Erlebnis, das wieder einmal bestätigt, dass Jerez die Flamenco Stadt ist.

Das alles zum Thema – was willst du denn in Jerez, da ist ja nichts los.
Am Sonntag fuhr ich dann zur Erholung an den Strand.

Fotos und Text: Susanne Zellinger
www.flamenco-divino.at
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