Das Festival Arte Flamenco de Mont-de-Marsan ist ein zentraler Punkt für den Flamenco in Frankreich, wo es seit mehr als drei Jahrzehnten seine Position als Plattform für Innovation innerhalb der Tradition festigt. Das Motto „ Erneuerung  in der Kontinuität“ steht auch bei dieser Ausgabe im Mittelpunkt, die ihr 36-jähriges Bestehen mit einem Programm feiert, das die Stars der Szene, neue Stimmen und moderne Stücke in Sachen Gesang, -Tanz und -Gitarre zusammenführt.

Die Veranstaltung, die vom 30. Juni bis zum 5. Juli in Frankreich stattfindet, stellte gestern Nachmittag im Sitz des Instituto Andaluz del Flamenco in Sevilla ihr Programm vor. Patrick Bellito – Vertreter des Programmkomitees – erklärte, dass es sich um ein Ereignis handeln wird, das alle Augen auf den Flamenco in der Hauptstadt des Departements Landes in der Region Nouvelle Aquitaine richten wird.

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Um sich auf dieses neue Abenteuer einzulassen, hat das künstlerische Komitee Künstler programmiert, die im Laufe der Zeit zu Klassikern des Flamenco geworden sind: Manuela Carrasco, Eva Yerbabuena, Jesús Carmona, Estévez y Paños für den Baile au Pôle. Israel Fernández, Marina Heredia, José Valencia, Jesús Méndez, Marina Heredia und Niño Josele für den Cante und die Musik im Theater Le Molière.

Das Ballet flamenco de Andalucía wird ebenfalls mit von der Partie sein. Für seine neueste Kreation steht es unter der Leitung von Patricia Guerrero, die anlässlich eines außergewöhnlichen Eröffnungsabends als Solistin mit Alfonso Losa tanzen wird.

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Neu in diesem Jahr ist, dass das Festival am Abend in den brandneuen Saal des Café Music einzieht, mit einem Programm, das eine Brücke zwischen dem Flamenco und der aktuellen Musik schlägt. Auf dem Programm stehen La Tremendita in der Flamenco-Elektro-Version und ein DJ- Abend mit Curro Velázquez-Gaztelu.

Auch die französische Szene ist gut vertreten mit namhaften Künstlern wie Helena Cueto und ihrer ausschließlich weiblichen Gruppe, der Familie Gómez (bekannt unter dem Namen Los Bolecos) und einer Aufführung unter der Leitung von Antonio Moya und Mari Peña, die die Verbindungen zwischen Utrera (Spanien) und Marseille erkundet.

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Auf der Esplanade du Midou werden von Dienstag bis Freitag namhafte andalusische Künstler vier verschiedene Aufführungen darbieten. Unter ihnen sind auch die Lehrer der renommierten Cristina-Heeren-Stiftung in Sevilla, die in diesem Jahr die Kurse organisieren wird.

Am Samstag, dem Abschlusstag des Festivals, werden die Peñas aus den Landes den Place Saint-Roch und die Esplanade du Midou in Beschlag nehmen und die Festivalbesucher dazu einladen, zu andalusischen Rhythmen zu tanzen.

Das Festival bietet außerdem die ganze Woche über Konferenzen, Kino, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, musikalische Lesungen, Workshops für Kinder und zahlreiche Aktionen für Schulklassen und Menschen in Krankenhäusern.

Wenn Sie also in der ersten Juliwoche zufällig zwischen Bilbao und Bordeaux unterwegs sind, sollten sie dieses Event nicht verpassen.

https://festivalarteflamenco.fr/

Text: Susanne Zellinger Titelbild: eDr Foto Ballet: Marcos Medina