Festival de Jerez: Jerez, con nombre de mujer

Frauen an die Macht …

Zur Feier der Gala des XXX jährigen Bestehens des Festivals wurde ein Stück konzipiert, bei dem die Frauen ausnahmsweise in der Überzahl waren. Und nein, auf dieses Thema gehen wir ein anderes mal ein.

Drei kleine Mädchen begannen den Reigen, wunderbar in Szene gesetzt und mit der Grazie die nur den Kindern innewohnt, aber schon mit der Ausdruckskraft und dem Compás der Großen, die sie bewundern.

Dann übernehmen die drei Bailaoras aus Jerez, Mercedes Ruiz, Leonor Leal und Salomé Ramírez. Alle drei großartig, aber so verschieden, dass man allein mit ihnen den aktuellen Baile de Jerez illustrieren könnte. Den Baile de mujer natürlich, weil mit ihrer Eleganz können die Männer schwer mithalten.

Mercedes Ruiz mit ihrer Petenera jagte mir Schauer über den Rücken. Ein schneeweißes Kleid mit einer voluminösen Bata de Cola und ihr perfektes in Szene setzen eben dieser, das muss ihr erst jemand nachmachen. Da ich weiß, wie schwer diese Schleppe ist, ist es unglaublich mit welcher Grazie sie sie um den Körper legt, so dass jedes Fältchen stimmt. Immer wieder überrascht mich die Kraft dieser zarten Person. Begleitet von Santiago Lara auf der Gitarre und vom Cante einer der drei Cantaoras, übrigens hervorragend:  Melchora Ortega, Felipa del Moreno und Tamara Tañé,  schafft sie so etwas wie eine Blase außerhalb der Zeit, in der es sich erübrigt ihren Tanz in eine Epoche einzuordnen.

Leonor Leal war immer schon etwas Besonderes und sie ist es heute noch. Mit ihrer Farruca scheint sie so etwas wie ein neues Genre zu schaffen und wir haben doch schon viele Farrucas gesehen. Eine Mischung aus Vicente Escudero und der modernen Flamenca, die sie ist.

Salomé Ramírez, Gewinnerin von La Unión, begeisterte mit einer Soleá con Mantón, den sie souverän durch den Tanz wirbelte und schöne Bilder schuf, angefeuert vom Fanclub im Publikum. Schön, dass immer wieder Tänzerinnen in Jerez auftauchen und den Baile de mujer in der Welt vertreten.

Zum Abschluss durften noch drei Maestras, denen Jerez viel zu verdanken hat, mit einer Rumbita auf die Bühne: Chiqui de Jerez, Ana María López und Angelita Gómez.

Mercedes Ruiz, Leonor Leal, Salomé Ramírez

Jerez, con nombre de mujer

Teatro Villamarta

28.2.2026

www.festivaldejerez.es

Fotos: Esteban Abión

Text: Susanne Zellinger