Weniger ist mehr …

José Manuel Ramos El Oruco ist aus der aktuellen Flamencowelt nicht wegzudenken. Als Palmero, als Perkussionist, als Repräsentant des Soniquete, als Träger des Rhythmus, als eines diese Multitalente, die es im Flamenco gibt.

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Mit seiner ersten eigenen Produktion hat er aber etwas über das Ziel hinausgeschossen. Aus Respekt vor der großen Verantwortung, die das bedeutet, umgab er sich mit allen, die ihm Schutz bieten konnten, und damit überschritt er das Durchhaltevermögen der Anwesenden auch was die Dauer betraf. Nicht umsonst gibt es beim Festival de Jerez ein strenges Zeitmanagement und das zu Recht. Damit wir nicht, so wie in diesem Fall im Laufschritt in die nächste Vorstellung eilen müssen um uns das nächste Stück anzusehen und das, bevor wir das erste verdauen können.

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Viel wichtiger wäre es gewesen, den Sound zu kontrollieren, denn der war lamentabel. So klang Pepe de Pura als hätte man ihm einen Plastiksack über den Kopf gezogen und die Gitarre von Juan Campallo war über Strecken gar nicht zu hören. Das Licht war auch nicht immer da wo es sein sollte, außer auf der Jacke von Oruco, die glitzerte bis in die obersten Reihen.

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Er spielte Domino mit Torombo, im Compás natürlich, lehnte sich an die Schulter von Carmen Ledesma,  gab Karolina González La Negra viel Platz, sie baute eine Spannung auf, die sie jedoch nicht durchhalten konnte.

 

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Als Rocío Molina auf die Bühne kam, war die Aufmerksamkeit schon auf dem Tiefpunkt und an den abschließenden Tanz von Oruco kann ich mich nicht erinnern und das tut mir leid.

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Vielleicht können die Fotos ein wenig trösten.

El Oruco

Patrón

Centro Social Blas Infante

4.3.2026

www.festivaldejerez.es

Fotos: Esteban Abión

Text: Susanne Zellinger