Tierra bendita – Die gesegnete Erde
Schön war’s sagten einige der Damen, die das Theater verließen, aber der Kastagnettenspieler war der Hammer. Und mit beiden Aussagen haben sie recht. Was das über einen Abend aussagt, bei dem eine ganze Ballettkompanie auf der Bühne steht und der Star ein Perkussionist aus Osuna ist, gab auch zu denken.

Zu erklären ist das eigentlich nur dadurch, abgesehen davon, dass David Chupete aus Osuna ein ausgezeichneter Musiker ist, dass sein Solo Kastagnettenstück das einzige war, bei dem sich in meinem Inneren etwas bewegte. Und die spontane Ovation des Publikums bestätigte, dass ich damit nicht alleine war. Was für ein großartiger Moment! Das hätte noch lange so weiter gehen können, und natürlich wurden Erinnerungen an José de Udaeta wach und an seine beste Schülerin, Belén Cabanes. Wie schade, dass Konzerte mit Kastagnetten aus der Mode gekommen sind. David Chupete würde ich sofort engagieren.

Was an diesem Abend mit dieser jungen, begabten Kompanie los war, kann ich mir nicht erklären, denn es fehlte die Energie, die Kraft, der Impetus, der Antrieb, was weiß ich. Irgendetwas fehlte. Abgesehen von Lucía La Bronce, die die Kompanie verlassen hat.
Schön war der Pas de deux von Ángel Fariña und Adriana Gómez, die Granaina Paseo de los Tristes, eine Augenweide die zitronengelben Kleider mit Bata, wenn Patricia Guerrero zur Gruppe stieß, hob sich das Niveau, andererseits langweilte sie mit einer gekünstelten Rezitation, von der ich auch nicht weiß, was sie hier zu suchen hatte.

Auch fand der versprochene Dialog zwischen Moderne und Tradition nicht statt, irgendwie blieb alles in einem fast antiquierten Regionalismus stecken. Aber dennoch – Schön war’s sagten die Damen.

Ballet Flamenco de Andalucía
Tierra Bendita
Teatro Villamarta
4.3.2026
Fotos: Esteban Abion
Text: Susanne Zellinger