Bienal de Sevilla: Die Frauen, wer sonst

Die Sommerpause ist vorbei und heute beginnt für mich die Bienal de Sevilla.

Ein Festival im Zeichen der Frauen

Den Anfang macht am heutigen Mittwoch, dem 14. Mai, die Sevilla-Premiere von „Deliranza“, dem neuen Stück der Gewinnerin des Premio Nacional de Danza 2021, Patricia Guerrero. Ein traumähnliches Werk, in dem die in Granada geborene Tänzerin, erschöpft von stundenlanger Arbeit, sich ausruht und wie Lewis Carrolls Alice in einen Traum fällt, der sie über die Grenzen der Alltagswelt hinausgehen lässt, die Logik durchbricht und ihr erlaubt, in neue Welten einzutreten, in die der Verwandlungen und Veränderungen ihrer eigenen Gedankenwelt.

Am 16. Mai folgt die in Barcelona geborene und in Sevilla lebende Ana Morales mit der mit Spannung erwarteten Premiere von „Peculiar“, bei der sie u. a. von Tomás de Perrate (Gesang) und Rycardo Moreno (Gitarre) begleitet wird und bei der der Flamenco-Tanz für alle Möglichkeiten offen ist, ausgehend vom Körper in seiner ganzen Wahrheit, ohne nach Perfektion zu suchen.

In einer Maestranza, die ganz im Zeichen des Tanzes steht, wird die Anwesenheit von La Tremendita mit der Weltpremiere ihrer Show „Principio y origen“ am 18. nicht unbemerkt bleiben. Eine Reise vom Heute zum Gestern, durch eine zeitgenössische Klangfläche, die sich zwischen Electronica, Funk, Jazz und experimenteller Musik bewegt.

Der Gesang kommt nicht zu kurz, am 24. Mai mit einer weiteren Premiere: „Status Quo“, das neueste Werk von Marina Heredia. In einem so wichtigen Jahr wie diesem, dem hundertsten Jahrestag des Wettbewerbs von 1922, verrät die Künstlerin, welchen Einfluss die Poesie von Lorca, die Musik von Falla, der Gesang der Frauen in der Zambra del Sacromonte, die Schmiede ihres Großvaters oder ihr Gitanoerbe auf sie hatten und wie all dies ihre künstlerische Persönlichkeit geprägt hat.

Noch mehr Tanz, noch mehr Uraufführungen: die von Rafaela Carrasco und ihrer „Nocturna“, arquitectura del insomnio, die am Montag, den 26. September, in der Maestranza zu sehen sein wird. Ein neuer Schritt in einer beruflichen Laufbahn, die seit ihren Anfängen von dem Bestreben geprägt ist, den Flamenco zu erforschen und zu erneuern.

Mit „Manuela“ steht am 28. Juni einer der Höhepunkte des Biennale-Programms auf dem Programm: das Wiedersehen des sevillanischen Publikums mit Manuela Carrasco, einem der größten Namen des Flamencotanzes. Und nur zwei Tage später, am 30. September, wird Rocío Molina das Publikum erneut mit der Premiere von Carnación“ in Sevilla überraschen, einem Stück, in dem sie zusammen mit Niño de Elche, Olalla Alemán, Pepe Benítez und Maureen Choi die Fähigkeit des Tanzes zeigt, sich als reine Kraft zu entfalten.

Nicht zu vergessen natürlich Olga Pericet mit „La Leona“, Yinka Esi Graves, La Piñona mit „Insaciable“, Mercedes de Córdoba mit „Si, quiero“, María Moreno mit „o../o../.o/o./o. (soleá), Pastora Galván und María Marín und Mayte Martín.

Text: Presse Bienal

Foto: Oscar Romero

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