Canito und Sandra Carrasco: Sin Final
Juan Antonio Suárez Canito war immer einer meiner Lieblingsgitarristen und ich freue mich sehr, dass es wieder Neues von ihm zu hören gibt.
Er arbeitet schon seit einiger Zeit an einem neuen Album The Next Bulería und seit gestern ist seine neue Single Sin Final auf Spotify zu hören, die ich auf und ab spiele, weil ich sie einfach großartig finde.
Sie ist ganze elf Minuten lang auf der Basis der Petenera, oder verschiedenen Peteneras, gesungen von Sandra Carrasco, einer der schönsten Stimmen des modernen Flamenco, auch die elektronischen Sounds von David Izquierdo Arispón geben dem Lied einen ganz besonderen Touch.

Die Petenera von Canito war immer anders und schon in meinem Interview vor einigen Jahren im Tanzhaus nrw fragte ich ihn danach:
Was macht deine Stücke so anders? Ich denke da an die Petenera von gestern…
Jeder Palo hat ja seine bestimmten Regeln, da kommt die Letra, dann die Falseta, das ist die traditionelle Form, für mich bestimmt den Flamenco aber nicht der Palo sondern die Person. Ich bin ein sehr freier Mensch. Ich fühle mich frei. Bekannterweise ist es nicht einfach in der Welt, in der wir leben, Freiheit zu erlangen, es gibt viele Mauern, viele Grenzen, aber in der Musik habe ich die Möglichkeit, Mauern zu durchbrechen.
Ich habe die Basis und die Tradition schon als Kind gelernt, ich weiß, wie das funktioniert und wie weit das führen kann, aber das Ziel der Musik ist immer gleich: Ausdruck, Kommunikation, Beweglichkeit und, für den Musiker essentiell, den Zuhörer zu erreichen, eine Botschaft zu überbringen, ein Gefühl. Das ist das Ziel jeder Musik.
Ich nehme also eine Petenera oder ein anderes Musikstück und versuche nicht sie in eine bestimmte Form zu pressen, sondern mir durch keine Grenze bestimmen zu lassen, was ich tun soll, weil ich meine eigene Art und Weise habe, ein Stück anzugehen, es zu verstehen, es zu lieben und es zu umarmen. Ich höre auf mein Gefühl und auf das der Person, die mich mit diesem Stück beauftragt hat. Und dann gehe ich ein wenig über den Palo selbst und seine Regeln hinaus. Das ist sehr gut um ihn besser kennen und fühlen zu können.
Das ganze Gespräch finden Sie hier.

Ende des Jahres sollte die CD fertig sein, auf der noch viele andere Stimmen zu hören sind, wie die von Rocío Márquez , Inés Bacán und La Tremendita.
Seit gestern ist Sin Final auf Spotify zu finden, hören Sie rein, Sie werden es lieben.
https://open.spotify.com/intl-es/album/1PZq40GNdoNPCHN9d1A590
Text: Susanne Zellinger
Foto Canito: Niklas Baumberger